Haltung und Pflege

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Das sollten Sie bedenken, wenn Kaninchen bei Ihnen einziehen sollen

Allgemeines

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  • Kaninchen leben nicht gerne alleine, sie sind Gruppentiere und brauchen einen Artgenossen, um sich richtig wohl zu fühlen. Hierzu gibt es drei Möglichkeiten:
    • Eine Häsin und ein kastrierter Rammler.
      Nach der Kastration muß eine Quarantäne eingehalten werden, bevor der Rammler zur Häsin kann. Ihr Tierarzt informiert Sie über die notwendige Quarantänezeit, damit es nicht doch zu ungewolltem Nachwuchs kommt. Im Allgemeinen verstehen die beiden sich gut. Probleme, bzw. Stress kann es für den kastrierten Rammler geben, wenn die Häsin hitzig wird und ihn zum Decken animiert. Dann wird er eine zeitlang bedrängt. Nach meinen Erfahrungen kommen die Rammler damit aber gut klar.
    • Zwei Häsinnen
      Bei einsetzen der Geschlechtsreife kann es vorkommen, dass die beiden Häsinnen beginnen, sich "anzuzicken". Selbst wenn sie sich eine Weile gut verstehen, kann es auch nach Jahren noch zu Rangkämpfen kommen, die manchmal nicht unblutig abgehen. Bisher habe ich jedoch mit dieser Konstellation gute Erfahrungen gemacht. Wichtig ist nur, dass die Tiere genug Platz haben, um sich aus dem Weg gehen.
    • Zwei kastrierte Rammler
      Hierbei gibt es nach dem Hormonabbau nach der Kastration ( ca.8 Wochen) eigentlich keine Probleme.
  • Natürlich ist es auch möglich, Kaninchen in größeren Gruppen zu halten. Dabei ist ein Überschuss an kastrierten Rammlern meist besser, als zu viele Häsinnen. Kastrierte Rammler bringen Ruhe in die Gruppe. Voraussetzung ist auch hier genug Platz und ausreichend Versteckmöglichkeiten.
  • Jungtiere die noch nicht geschlechtsreif sind, können meistens problemlos zusammengesetzt werden. Wurfgeschwister kennen sich von Anfang an. Das ist ein großer Vorteil.
  • Für die Vergesellschaftung älterer Tiere empfehle ich den Vergesellschaftungsleitfaden von www.dashaustierforum.de
  • Bieten Sie ihren Kaninchen so viel Platz wie möglich. In verschiedenen Foren wird als Richtlinie 2m2 pro Kaninchen angegeben. Das hat sich in diversen Haltungen als sehr erfolgreich erwiesen. Da Kaninchen aber Individualisten sind ist es durchaus möglich, dass einigen der Platz nicht ausreicht, andere hingegen auch mit weniger Platz auskommen. Am besten ist ein geschützter Stall mit einem gesicherten Auslauf im Garten. Achtung: Kaninchen buddeln gerne! Also nach unten hin absichern. Genauso wichtig ist die Absicherung nach oben, damit keine Raubvögel, Katzen oder Hunde in das Gehege können. Ein gesicherter Balkon (Sturzgefahr) oder ein abgeteilter Zimmerbereich sind genauso gut geeignet.
  • Käfig / Stall und Auslauf müssen sauber gehalten werden. Viele Kaninchen werden stubenrein und haben eine Toilettenecke, in die Sie eine spezielle Nagertoilette stellen können. Dann muss nicht alles immer gereinigt werden, sondern nur täglich die Toilette.
  • Wichtig: Giftige Zimmerpflanzen, Stromkabel und gefährliche Möbel dürfen auf keinen Fall für Kaninchen erreichbar sein!
  • Kaninchen nagen gerne. Vorsicht also mit guten Möbeln, Tapete, Teppiche usw. Einige von ihnen lieben es auch, Topfpflanzen auszubuddeln.
  • Überlassen Sie niemals Kindern die alleinige Verantwortung für ein Tier. Leiten Sie sie zur Pflege und Fütterung an, und haben Sie die Regelmäßigkeit im Auge. Kinder verlieren leider oft schnell die Lust daran. Machen Sie ihnen dann klar, dass die Tiere von den Menschen abhängig sind.
  • Kaninchen sind kein Spielzeug! Sie wollen nicht ständig herumgeschleppt werden. Streicheln Sie sie, wenn sie von selbst ankommen. Niemals dazu zwingen! Sie könnten in Panik geraten und dann auch mal zubeißen. Trainieren Sie aber täglich mit den Kaninchen das Hochnehmen. Es ist wichtig, wenn sie zum Tierarzt gebracht oder umgesetzt werden müssen. Auch zur Medikamenteneingabe, zum Krallen schneiden oder zum Fell bürsten. Nehmen Sie es vorsichtig am Nackenfell hoch und unterstützen den Po mit der anderen Hand. Am besten ist es, sich hinzusetzen und das Kaninchen auf den Schoß zu nehmen.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig das Kaninchen von unten. Ist es in der Afterregion verklebt oder verschmutzt, kann das ein Hinweis auf Durchfall sein. Verwechseln Sie dabei nicht einen möglichen Durchfall mit dem wertvollen Blinddarmkot.
  • Blinddarmkot
    Unterscheidet sich in seiner Form und Konsistenz vom normalen Kot insofern, als dass er nicht rund und kugelförmig ist, sondern sichtbar weicher. Es sind keine Rohfaserreste erkennbar und er hat eine abgeflachte, kleinere Form. Der vitaminreiche Blinddarmkot wird meist von den Kaninchen direkt vom After aufgenommen und passiert den Verdauungsweg zur Aufschlüsselung der Inhaltsstoffe ein zweites Mal. Wird Blinddarmkot ausgeschieden und nicht von den Tieren aufgenommen, liegt er in Trauben zusammengeklebt im Stall oder Auslauf.

    Durchfall
    Er ist breiig, nur wenig bis gar nicht mit Kotkügelchen durchsetzt und oft sehr übel riechend.
  • Niemand, der in der Familie lebt, darf eine Allergie auf Kaninchenhaare haben. Ebenso wenig auf Heu oder Stroh.
  • Kaninchen können auch einmal krank werden oder sich verletzen. Suchen Sie dann bitte umgehend einen Tierarzt auf.
  • Sprechen Sie die Anschaffung eines neuen Haus- / Gartengenossen mit allen Familienmitgliedern ab. Tiere sind niemals als Überraschungsgeschenk geeignet.
  • Andere Tiere, die in Ihrem Haushalt leben, sollten sich mit den Kaninchen vertragen - oder außer Reichweite gehalten werden. Selbst wenn sie sich vertragen, lassen Sie die Tiere nie unbeaufsichtigt zusammen.
  • Sorgen Sie für eine zuverlässige Versorgung der Tiere, wenn Sie einmal nicht selbst tun können. Auch wenn es nur für einen Tag sein sollte.

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Anschaffungen für die Kaninchen

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  • Großer Käfig - oder Stall mit dauerhaftem Auslauf.
  • Futternapf aus Steingut, der am besten etwas erhöht stehen sollte.
  • Trinknapf aus Steingut, der auch erhöht stehen sollte - oder Nippeltränke.
  • Evt. eine Heuraufe. Aber Vorsicht: In manchen Heuraufen können Kaninchen mit dem Kopf stecken bleiben. Oder es ihnen möglich, sich auf das Heu zu setzen und sich evt. dabei an den Läufen zu verletzen.
  • Für jedes Kaninchen ein Schlafhäuschen mit zwei Eingängen. Groß genug für ein ausgewachsenes Kaninchen.
  • Einstreu, es gibt verschiedene Möglichkeiten:
    • Holzspäne: Sie sind schön weich und saugfähig, verteilen sich aber schnell im Raum und sind nicht für langhaarige Kaninchen geeignet.
    • Strohpellets: Sie sind nicht so weich, verstreuen sich aber nicht so im Raum
    • Stroh: Ist besser für die Haltung im Freien geeignet. Es ist nicht so saugfähig, allerdings meist günstig zu beschaffen.
    • Rapsstreu: Ist weicher als Strohpellets, aber nicht überall zu bekommen.
    • Hanfstreu: Ist im Handel ebenso nicht einfach zu beschaffen. Aber gut über das Internet zu beziehen.
    • Natürlich besteht auch die Möglichkeit, verschiedene Streuarten zu verwenden. Z.B. als Basis Holzspäne und dann eine Schicht Stroh darüber. Oder Holzspäne nur für die Toilette oder Toilettenecke.
  • Eine Transportbox, möglichst von oben zu öffnen, da sich die Kaninchen so leichter herausnehmen lassen.
  • Eine gute Krallenschere oder -zange, falls Sie die Krallen selbst schneiden wollen. Vorsicht: Schwarze Krallen sind schwerer zu schneiden, da man die Blutgefäße nicht sehen kann. Lassen Sie sich bitte vom Tierarzt oder Züchter genau zeigen, wieweit sie schneiden können.
  • Eine Bürste für die Fellpflege. Vor allem langhaarigen Kaninchen müssen oft bei der Fellpflege unterstützt werden, damit sie nicht verfilzen. Aber auch viele kurzhaarige Kaninchen genießen eine zusätzliche "Massage".

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Ernährung

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  • Kaninchen brauchen täglich frisches Futter, frisches Wasser und Heu zur freien Verfügung. Sie haben einen Stopfmagen und müssen immer die Möglichkeit haben, Futter "nachzuschieben".
    Kaninchen in der freien Wildbahn ernähren sich hauptsächlich von Kräutern, Gräsern, Zweigen und Rinden. Darauf ist auch ihr Verdauungssystem ausgelegt. Unsere Hauskaninchen haben das gleiche Verdauungssystem und brauchen daher eine ähnliche Ernährung, um gesund zu bleiben.
  • Wichtig ist, dass jede Futtersorte, die ein Kaninchen noch nicht kennt, langsam angefüttert wird. Immer nur eine Sorte, bis man sicher sein kann, dass sie vertragen wird. Beginnen Sie z.B. mit Möhren. Am ersten Tag bekommt es zum gewohnten Futter ein kleines Stückchen davon, am nächsten Tag etwas mehr usw. Nach ein paar Tagen wird es schon eine ganze kleine Möhre fressen. Wenn es diese verträgt, kann die nächste Gemüsesorte genauso angefüttert werden.
  • Kaninchen unter 3kg brauchen im Allgemeinen kein Trockenfutter. Fellstrukturrassen wie u.a. Angora-, Jamora- und Rexkaninchen brauchen jedoch mehr Energie. Hier sollte jedoch auch die trockenfutterfreie Ernährung ausprobiert werden. Nehmen die Kaninchen ab, sollten (sofern dieser Effekt nicht gewünscht ist) ausgewählte Pellets zugefüttert werden. Kräcker, Drops und andere bunte Leckereien sollten Kaninchen gar nicht bekommen.
  • Weitere Informationen zur Fütterung gibt es unter www.diebrain.de.

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